Fabian war ein 8-jĂ€hriger Junge aus GĂŒstrow in Mecklenburg-Vorpommern. Seine Eltern â Mutter Dorina und Vater â waren getrennt lebend. Der Vater war ab August 2021 bis August 2025 mit Gina H. liiert, die sich selbst als Fabians "Ziehmutter" betrachtete.
Seine Klassenlehrerin sagte im Prozess aus, dass Fabian sich nach den Sommerferien 2025 auffĂ€llig verĂ€ndert habe â möglicherweise ein Hinweis auf Spannungen im Umfeld vor der Tat.
Laut abgehörter Telefonate im Prozess versuchte Fabian nach Darstellung von Gina H. angeblich, die Beziehung zwischen seinem Vater und ihr auseinanderzubringen. Ob dies der Wahrheit entsprach oder eine nachtrÀgliche Rechtfertigung war, ist ungeklÀrt.
Am 10. Oktober 2025 wurde Fabian aus der Wohnung seiner Mutter Dorina in GĂŒstrow gelockt. Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. vor, ihn zu einem TĂŒmpel bei Klein Upahl (Landkreis Rostock) gebracht, dort erstochen und die Leiche verbrannt zu haben.
Die Leiche wurde vier Tage spĂ€ter, am 14. Oktober 2025, am Rand eines TĂŒmpels auf einem Feld bei Klein Upahl gefunden â etwa 1,5 km vom nĂ€chsten Ort entfernt. Der Fundort ist laut NDR-Berichterstattung auch der Tatort.
Die Staatsanwaltschaft geht von folgendem Motiv aus: Gina H. war vier Jahre mit Fabians Vater liiert gewesen, bis dieser sich im August 2025 von ihr trennte. Sie wollte ihn zurĂŒckgewinnen. Fabian stand nach ihrer EinschĂ€tzung diesem Versuch im Weg, da er ihre Beziehung zum Vater angeblich zu sabotieren versuchte. Hinzu kam ihre finanzielle AbhĂ€ngigkeit vom Vater â sie fĂŒrchtete, nach der Trennung ihren Lebensstandard (fĂŒnf Pferde, Pick-up) nicht halten zu können.
Gina H. gab gegenĂŒber der Polizei an, Fabians Leiche "zufĂ€llig bei einem Spaziergang" entdeckt zu haben, zusammen mit "einer auf einen Rollator gestĂŒtzten Bekannten". Mehrere Zeugen hielten dies fĂŒr unglaubwĂŒrdig: Klein Upahl liegt ihrer Meinung nach zu weit entfernt, um von Reimershagen aus dorthin mit einer gehbehinderten Bekannten spazieren zu gehen.
TatsĂ€chlich war Gina H. laut NDR "frĂŒhzeitig mit einem Bekannten am Fundort", der "gezielt dorthin gefĂŒhrt" wurde. In der Nacht vor dem offiziellen Fund soll sie mit zwei Bekannten bereits bei der Leiche gewesen sein. Fabians Vater sagte sie jedoch nicht, dass sie den Jungen bereits entdeckt hatte â er erfuhr vom Tod seines Sohnes aus den Medien.
Der Prozess gegen Gina H. begann Ende April 2026 am Landgericht Rostock (3. Strafkammer). Es ist ein reiner Indizienprozess, da die Angeklagte schweigt. Nach etwa 20 Verhandlungstagen befindet er sich in einer vierwöchigen Sommerpause und wird am 6. August 2026 fortgesetzt. Ein Urteil wird voraussichtlich im September 2026 erwartet.